Liebe Filmfreundinnen und Filmfreunde Mitte Juli wurde bekannt, dass drei der wohl wichtigsten, zeitgenössischen Regisseure des Iran, Mohammad Rasoulof («There Is No Evil»), Mostafa Al-Ahmad und Jafar Panahi («Taxi Teheran»), von der Polizei in Gewahrsam genommen worden waren. Die Justizbehörde liess verlauten, dass ihr Aufruf GEGEN Gewalt, die öffentliche Ordnung gefährde. Rasoulof und Al-Ahmad hatten gegen die Verhaftungen protestiert, die auf die Demonstrationen nach einem Gebäudeeinsturz mit über vierzig Toten folgten. Vertreter*innen der iranischen Filmindustrie forderten mit dem Hashtag «Put your gun down» ein Ende der Polizeigewalt. Auch Panahi hatte sich mit den Initianten solidarisiert. Zum Glück sind aber nicht alle kritischen iranischen Filmemacher in Polizeigewahrsam! Unser Film des Monats August ist nämlich das Werk von Jafar Panahis Sohn, Panah. In «Hit the Road» gelingt es ihm meisterlich, genau diesen kontrollierten iranischen Alltag, wo jedes kritische Wort das letzte gewesen sein kann, mit Bildern und Dialogen einzufangen. Andeuten aber nicht aussprechen, mit Galgenhumor ausharren oder todtraurig gehen – Aspekte eines Lebens, dass rund um die Uhr reguliert wird. Eindringlich, wie die Familie in «Hit the Road» und die Kulturschaffenden im Iran sich kleine Freiheiten herausnehmen, sich resilient zeigen – auch auf die Gefahr hin, dass die Konsequenzen nicht lange auf sich warten lassen werden. «Hit the Road» bedeutet 95 Minuten lang Menschlichkeit und Widerstand! In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen wunderschönen und auch etwas sperrigen August, Eva Meienberg und Natalie Fritz |
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